Dokumentation der Culur-Realisierung, einer konstruktivistischen Installation auf der imposanten Regenwasserrückhaltemauer in Salecina, Maloja.
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Der international bekannte Künstler Gottfried Honegger, dessen Wurzeln im Unterengadiner Dorf Sent und in Zürich liegen, feierte am Mittwoch, den 12. Juni 2002, seinen 85. Geburtstag. Zu diesem Anlass erschien eine reich illustrierte Dokumentation über die Installation «Culur» in Maloja, die Honegger 1997 geschaffen hat.
«Ich sprach romanisch, ich liebte meine Kühe und die Ziegen, ich verbrachte Tage dort, wo einst der Auerhahn seine Nester baute», sagte der damals 80-jährige Gottfried Honegger bei der Einweihung von «Culur» im August 1997. Sent stehe für die eine, die poetische Seele in seiner Brust, die das Schöne suche: «Terra Ladina ihr verdanke ich die Lust am Sinnlichen.» Mehr mit seinem Geburtsort Zürich habe die andere, die politische Seele zu tun, die sich um gesellschaftliche Fragen bemühe. «Diese beiden Seelen kann ich in der Kunst versöhnen. Die Arbeit hier in Maloja ist für mich so etwas wie eine Symbiose zwischen dem Schönen, dem Liebevollen an sich und dem Bemühen, unseren Augen etwas zu bieten, was zum Denken anregt, was uns zur Gemeinschaft verpflichtet. Der Dialog zwischen einer gewaltigen Natur, einer nützlichen Technik und dem Geistigen der Kunst scheint mir hier eine ideale Verbindung eingegangen zu sein.»«Culur» rätoromanisch für Farbe besteht aus neun Metallsäulen in den Regenbogenfarben, die auf der Hochwasser-Schutzmauer bei Orden/Maloja platziert sind, und einer zehnten Säule beim selbstverwalteten Bildungs- und Ferienzentrum Salecina, das im Falle eines Jahrhunderthochwassers bei der Stauwurzel des entstehenden Sees liegt. 1997 wurden sowohl Salecina wie die Mauer 25 Jahre alt. Aus diesem Anlass schuf Honegger seine Installation. Zusammen mit dem «blauen Platz» bei der Universität Zürich-Irchel gehört sie zu den bedeutendsten Werken des Künstlers im öffentlichen Raum der Schweiz.
Die Publikation «Culur», die zum 85. Geburtstag von Honegger entstand, dokumentiert die Entstehungsgeschichte des Kunstwerks und einige der Reden, die bei der Einweihung im August 1997 gehalten wurden. Chasper Pult, dessen familiäre Wurzeln ebenfalls in Sent liegen, leuchtete damals den Unterengadiner Hintergrund des Künstlers aus. Honeggers Grossvater war Josch Margadant auf dem Hof Tschern, Honeggers Mutter die «bella duonna Giorgia» Margadant. Der kleine Gottfried war häufig in Sent, wo er an Bächen und im Heu lag, mit Baumrinde spielte und Ziegen und Kühe hütete, als happy boy, wie er das selbst einmal nannte. Chasper Pult dankte Gottfried Honegger dafür, «dass du mit &Mac226;Culur zu uns ins Engadin zurück gekommen bist und uns mit diesem eindrücklichen Kunstwerk in den Regenbogenfarben Teil haben lässt an deinen Engadiner Erinnerungen und an deinen Visionen für die Zukunft».
Das erste druckfrische Exemplar der neuen Publikation erhält der Künstler zu seinem 85. Geburtstag. Zahlreiche Farbfotos zeigen «Culur» auch aus ungewohnten Perspektiven und rufen die Montage mit dem Helikopter sowie das Einweihungsfest in Erinnerung, das musikalisch von Domenic Janett, Hans Hassler und dem inzwischen verstorbenen Werner Lüdi umrahmt wurde. Anlässlich dieser festlichen Einweihung übergab Honegger seine Installation an die Società culturale di Bregaglia, die Bergeller Kulturorganisation.
Die 36-seitige Publikation «Culur» kann hier direkt für 7 Fr. (plus Porto) bestellt werden.
Dieser Text steht zum Download bereit.
Herausgegeben von der Arbeitsgruppe Culur der Stiftung Salecina, Maloja, 2002: